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Angel’s Egg – Restored Version

Ein weisshaariges Mädchen, ein Ei und ein junger Wanderer: Mehr brauchten Mamoru Oshii und der Illustrator Yoshitaka Amano nicht, um zehn Jahre vor « Ghost in the Shell » eine bildgewaltige, atmosphärisch dichte Science-Fiction-Meditation zu entwerfen, die Raum für eigene Interpretationen schafft.

Ein weisshaariges Mädchen wandelt vorsichtig durch eine verfallene Stadt. Unter seinem Kleid trägt es ein riesiges Ei. Bald begegnet es einem mysteriösen jungen Mann mit einer kreuzförmigen Waffe. Obwohl er dem Kind wohlgesinnt scheint, verrät es ihm nicht, was sich im Ei verbirgt. Überhaupt kommen den beiden nur selten Worte über die Lippen – und wenn, dann sind es eher Fragen als Antworten.

Im Gegensatz zum hyperdefinierten Worldbuilding vieler gegenwärtiger Animes lebt «Angel’s Egg» geradezu von Leerstellen und Andeutungen, die unsere Fantasie anregen. Was hat es mit den Wasserflaschen auf sich? Woher kommen die gigantischen Kriegsmaschinen? Warum jagen gesichtslose Harpunierer[VW1] die Schatten prähistorischer Fische?

Zehn Jahre vor «Ghost in the Shell» offenbart sich hier Mamoru Oshiis Faszination für Wasser und Wind, für Philosophie und christliche Symbolik. Der Illustrator Yoshitaka Amano fand dafür dunkel leuchtende Bilder, in denen man sich verlieren kann. Ebenso atmosphärisch ist die Tonspur, insbesondere Yoshihiro Kannos sakrale Filmmusik, die viel Raum bekommt und dann wieder von Stille abgelöst wird – wohltuend, überraschend, aber auch beklemmend. Während diese Radikalität den Regisseur damals fast die Karriere gekostet hätte, präsentiert sich das ursprünglich fürs Videoformat konzipierte Werk heute als hypnotische Kinoerfahrung, die näher bei Kubricks «2001: A Space Odyssey» als bei einer konventionellen Erzählung liegt.

Ein weisshaariges Mädchen wandelt vorsichtig durch eine verfallene Stadt. Unter seinem Kleid trägt es ein riesiges Ei. Bald begegnet es einem mysteriösen jungen Mann mit einer kreuzförmigen Waffe. Obwohl er dem Kind wohlgesinnt scheint, verrät es ihm nicht, was sich im Ei verbirgt. Überhaupt kommen den beiden nur selten Worte über die Lippen – und wenn, dann sind es eher Fragen als Antworten.

Im Gegensatz zum hyperdefinierten Worldbuilding vieler gegenwärtiger Animes lebt «Angel’s Egg» geradezu von Leerstellen und Andeutungen, die unsere Fantasie anregen. Was hat es mit den Wasserflaschen auf sich? Woher kommen die gigantischen Kriegsmaschinen? Warum jagen gesichtslose Harpunierer[VW1] die Schatten prähistorischer Fische?

Zehn Jahre vor «Ghost in the Shell» offenbart sich hier Mamoru Oshiis Faszination für Wasser und Wind, für Philosophie und christliche Symbolik. Der Illustrator Yoshitaka Amano fand dafür dunkel leuchtende Bilder, in denen man sich verlieren kann. Ebenso atmosphärisch ist die Tonspur, insbesondere Yoshihiro Kannos sakrale Filmmusik, die viel Raum bekommt und dann wieder von Stille abgelöst wird – wohltuend, überraschend, aber auch beklemmend. Während diese Radikalität den Regisseur damals fast die Karriere gekostet hätte, präsentiert sich das ursprünglich fürs Videoformat konzipierte Werk heute als hypnotische Kinoerfahrung, die näher bei Kubricks «2001: A Space Odyssey» als bei einer konventionellen Erzählung liegt.


Info

Regie Mamoru Oshii
Dauer 71'
Land JP, 1996

Termine & Tickets

Do. 3.9. • 22:45
Kino Trafo 1

So. 6.9. • 18:30
Kino Trafo 2

12+ 71' OV/d

trailer


Kuratiert und moderiert von

Oswald Iten