Jury
Bei Ihnen sollten die bewegten Bilder hängen bleiben
|
Shira Avni
Shira Avni ist Filmemacherin und –theoretikerin zugleich. In ihren eigenen Filmen befasst sie sich auf ganz besondere Art und Weise mit sozialen und gesellschaftlichen Themen. Mehr... |
Seit 1997 kreiert die Regisseurin Shira Avni animierte Kurzfilme mit dem National Film Board of Canada. Zurzeit ist sie zudem Assistenzprofessorin für Film und Animation an der Mel Hoppenheim School of Cinema an der Concordia University in Montreal, Kanada. Studiert hat sie Film, Video und Neue Medien am School of Art Institute in Chicago.
In ihren Filmen behandelt die Filmemacherin Themen wie Behinderung, Sexualität, Verlust und soziale Gerechtigkeit. Die Arbeiten durchbrechen die Sehgewohnheiten des Zuschauers in einer eigenen, subtilen Art. Die Künstlerin kombiniert in ihren Werken verschiedene Techniken wie beispielsweise Photographie mit Lehm-auf-Glas-Animation und Malerei, wodurch mittels Rückbeleuchtung ein Effekt entsteht, der an schimmernde Glasmalerei erinnert. In einem Kinosaal oder einer verdunkelten Galerie präsentiert führen diese Filme den Betrachter auf eine äusserst persönliche, emotionale und beinahe kathartische Reise.
Die in Zusammenarbeit mit dem National Film Board entstandenen Filme «Tying Your Own Shoes», «John and Michael» und «From Far Away» haben über 30 Stipendien und Preise gewonnen, unter anderem die prestigeträchtige Goldene Taube des DOK Leipzig und den NHK Japan Prize. Die Filme wurden an über 100 internationalen Festivals und auf verschiedenen Fernsehsendern gezeigt.
Im Moment erforscht Shira Avni mittels Methoden des Animations- und Dokumentarfilms die Schnittstelle von Behinderung, Identität und Unabhängigkeit, indem sie die Filmprojekte gemeinschaftlich erarbeitet. So arbeitet sie auch mit der Down Syndrom Künstlerin Petra Tolley für den 3D Film «Petra's Poem» zusammen. Der Film ist ein gemeinschaftliches Werk zwischen Animation und Realfilm, in welchem alle Darsteller Menschen mit Down Syndrom oder anderen speziellen Bedürfnissen sind. «Petra's Poem» ist für 2012 vorgesehen.
|
Mati Kütt
Der studierte Energietechniker ist in Estland einer der wichtigsten Künstler und international bekannten Animationsfilmer der Gegenwart. In seinen Arbeiten überrascht er mit ungewohnten Kombinationen von Material, Form und Technik. Mehr... |
Mati Kütt (geb. 1947 in Tallinn, Estland) ist Maler und Animationsfilmer. Von 1965 bis 1968 studierte er zunächst an der Technischen Universität seiner Heimatstadt Energietechnik. Um seiner Leidenschaft, dem Malen nachzugehen, belegte er Kurse im Studio von Juhan Muks in Viljandi. So entdeckte er auch die bewegten animierten Bilder und arbeitete zwanzig Jahre lang (1974 – 1994) in der Abteilung für Animation des Tallinnfilm Studios. Danach macht er einen einjährigen Abstecher im Eesti Joonisfilm Studio. Seitdem arbeitet er als freischaffender Künstler. Unter anderem erhielt Mati Kütt einen grossen Werbeauftrag in Japan, womit er 1997 den Preis für die beste Werbung im Land der aufgehenden Sonne gewann und was ihm weitere Aufträge für international arbeitende, renommierte japanische Produktionsfirmen einbrachte. 2001 – 2002 bildete er sich am Rocky Mountain College of Art & Design in Denver, Colorado in Motion Studies und experimenteller Animation weiter.
Als bildender Künstler wie auch als Filmemacher beschäftigt sich Mati Kütt mit verschiedenen Techniken und Genres, mit denen er experimentiert und die er gerne vermischt. So finden sich in seinem umfangreichen Werk Ölmalereien, Karikaturen, performative wie auch installative Arbeiten. In seinen Filmen kombiniert er Puppenanimation mit Cut-out Technik und Computer generierten Bildern. Kütt gehört zu der ersten Garde der estnischen Künstlern und Animationsfilmern. Seine animierten Kurzfilme wurden an internationalen Festivals gezeigt und ausgezeichnet, auch am Fantoche wurden viele seiner bewegten Bilder gezeigt. Dieses Jahr ist Mati Kütt mit «Sky Song» in den aktuellen Langfilmen vertreten.
|
José Miguel Ribeiro
Der portugiesische Animationsfilmer, Illustrator und Produzent José Miguel Ribeiro macht nicht nur international bekannte Filme für Erwachsene, sondern auch für Kinder. Zudem ist er als Dozent an zwei Universitäten in Portugal tätig. Mehr... |
José Miguel Ribeiro (geb. 1966 in Amadora, Portugal) ist Animationsfilmer, Regisseur und Illustrator. Sein Studium der Bildenden Künste und der Malerei schloss er 1992 an der Universität von Lissabon (ESBAL) ab. Danach studierte er Zeichnen und Puppenanimation an der Lazennec-Bretange in Rennens und am Filmógrafo in Porto. Seit 1995 produzierte er zudem eine Reihe von kurzen Animationsfilmen; für den Film «A Suspeita» hat er zahlreiche Auszeichnungen gewonnen, unter anderem den Cartoon D'Or 2000.
Danach war José Miguel für die Stop-Motion-Fernsehserie «As Coisas Lá de Casa» verantwortlich, welche auf seinen persönlichen Erfahrungen als Vater basiert und der Tatsache, dass ein Kind sich bestens nur mit einer simplen Gabel, einem Stift oder einem Besen vergnügen kann. 2004 wurde José Miguel Ribeiro für die Regie des Kurzfilms «Abraço do Vento» angefragt, ein Film, inspiriert von einem musikalischen Thema des bekannten portugiesischen Gitarristen Carlos Paredes.
Zusammen mit Nuno Beato und Eva Yébenes gründete er 2007 die Produktionsfirma Sardinha em Lata. Zusammen erarbeiteten sie in den letzten vier Jahren sieben Kurzfilme, welche an weltweit 283 Festivals gezeigt wurden. Des weiteren sind sie für die Fernsehserie für Kinder «Ema e Gui» verantwortlich, welche von Planet Nemo verliehen wird, und momentan entwickeln sie sechs neue Animationsprojekte. Nach seinem letzten Stop-Motion Film «Passeio de Domingo», koproduziert von Zeppeling Films, SOIL, Il Luster und Folimage, führte José Miguel Ribeiro bei dem animierten Kurzfilm «Viagem a Cabo Verde» Regie, der auf seinem illustrierten Tagebuch der zweimonatigen Reise durch die Atlantischen Inseln von 2004 basiert.
Zur Zeit entwickelt er ein Projekt mit Kartonfiguren für eine Kinder-Fernsehserie namens «Dodu - O Rapaz de Cartão» und arbeitet an dem 26-minütigen Live-Action und Animationsfilm «Papel de Natal». Er illustriert zudem Bilderbücher für Kinder und unterrichtet an zwei portugiesischen Universitäten Animation.
